Die Stadt Magdeburg, das Web 2.0 und ihre Baukästen-Antworten
Heute mal ein etwas anderes Thema, welches nur indirekt mit mir und meiner Arbeit zu tun hat.
Die Stadt über die Facebook-Seite. Da feiert man sich doch tatsächlich, dass man die “magische” Marke von 300 Fans erreicht hat. Im Vergleich dazu hat die Stadt Halle z.B. 1978 Fans. Mehr als 6 mal soviele, wie unsere Stadt. Mal ganz zu schweigen von den diverses privat betriebenen Facebook-Seiten über die Stadt, die sich größter Beliebtheit erfreuen.
Warum ist das so? Ganz klar: Man nutzt das Medium Facebook nur einseitig. Da werden zwar eifrig Presemitteilungen gepostet oder immerhin der ein oder andere Veranstaltunghinweis. Möchte ich aber als Besucher etwas auf die Seite posten, ist das nicht möglich. Man sieht das Medium Facebook als Einbahnstraße und hat dabei die Potenziale, ja nicht einmal die Funktionsweise verstanden. Wenn ich schon lese, dass fachliche Fragen weiterhin auf www.magdeburg.de beantwortet werden, merke ich, dass die Stadt auch weiterhin kein wirkliches Interesse an Kommunikation hat.
Warum nicht auch mit den Usern auf Facebook kommunizieren? Warum kann ich als Besucher nicht etwas auf der Seite posten, sondern nur kommentieren? Warum müssen fachliche Fragen auf www.magdeburg.de beantwortet werden, wenn die Wege über Facebook doch viel kürzer wären?
All diese Fragen hätte ich der Stadtverwaltung gestellt. Die derzeitige Verfahrensweie in Bezug auf das Internet ist für mich als internetaffinen Menschen absolut nicht nachvollziehbar. Wenn die Stadt sich auch weiterhin hinter nicht mehr zeitgemäßen Kommunikationkanälen versteckt, ist der Abstand zu modernen Städten (ja sogar zu unseren “Lieblingsnachbarn” aus Halle) nicht mehr einzuholen.
Liebe Verantwortliche: Schaut euch doch mal ein wenig von den erfolgreichen Städten im Internet ab oder holt euch endlich jemanden ins Boot, der Ahnung davon hat!!!
Als Internet- und speziell auch Web 2.0-affiner Mensch verfolge ich die Bemühungen der Stadt Magdeburg in Punkto Stadtmarketing schon seit längerem.
Großes Interesse weckte daher der jüngste Artikel in der Volksstimme zum Thema Facebook. In einem Interview wurde Frau Schwingel, Ihres Zeichens derzeitig verantwortlich für die Fanpage der Stadt, über die derzeitige Entwicklung des Projekts befragt.
Die Bemühungen der Stadt in diesem Bereich sind durchaus lobenswert. Man hat den Trend der Zeit erkannt und bemüht sich um eine bessere Integration der Web 2.0-Techniken in bestehende Strukturen. Die Grenze der 300 Fans ist bereits geknackt. Das ist löblich, doch im direkten Vergleich leider noch nicht genug.
Ein direkter Vergleich mit der Stadt Halle zeigt, dass hier noch viel Potenzial steckt. Derzeit hat die Facebook-Fanseite der Stadt Halle 1985 Fans (Stand: 24.08.2011). Es sind also 6 mal so viele Facebook-Nutzer Fan von Halle. Dabei kann Magdeburg allerdings die doppelte Zahl an Nutzern unter den eigenen Einwohnern vorweisen. Ein Fakt, der die Zahlen aus dem Vergleich noch einmal unterstreicht.
Hinzu kommen zahlreiche privat betriebene Fanpages rund um die Stadt Magdeburg. Die Seite ‘Magdeburg’ zählt so aktuell 4466 Fans (Stand: 24.08.2011). Das Projekt ‘Magdeburg halt.’ liegt bei 1289 Fans.
Viele Frage blieben im Interview allerdings noch offen, sodass ich die Chance nutzte und eine Anfrage im Forum auf www.magdeburg.de stellte. Dort stellte ich offen gebliebene Fragen. Die Antwort auf den Eintrag war allerdings leider nicht zufriedenstellend.
Schon vor einiger Zeit bildete sich zum Thema Stadtmarketing eine kleine private “Arbeitsgruppe“ von Magdeburgern, die sich privat oder beruflich mit dem Thema Web 2.0 beschäftigen und der Stadt gerne Rat & Unterstützung anbieten wollen.
Das Web 2.0 birgt momentan noch viel Potenzial für die Kommunikation und Außendarstellung unserer Stadt. Gerade in Hinblick auf die junge Zielgruppe, Touristen und auch zukünftige Studenten werden hier noch viele Möglichkeiten verschenkt. Das Bewusstsein für die Wichtigkeit dieses Kommunikationskanals muss gestärkt werden.
Daher meine Fragen an den Oberbürgermeister:
Warum habe ich auf meine konkreten Fragen und Anregungen, die ich am 23.08.2011 im Forum auf Magdeburg.de gepostet habe, bisher von Frau Schwingel nur eine Antwort aus scheinbar zusammenkopierten Textbausteinen bekommen, die über weite Teile gar nicht auf meine Fragen eingegangen ist?
Warum geht die Stadt auf die u.a. auch Herrn Platz am 14.06.2011 bei einem Gespräch im Rathaus angebotene Unterstützung bisher nicht ein, bzw. hat scheinbar kein Interesse daran? Andere Städte wie Dresden oder Leipzig haben gerade durch eine solche Zusammenarbeit sehr erfolgreich Ihre Kompetenzen & Akzeptanz im Web 2.0 steigern können.
Falls Sie bzw. die Stadtverwaltung doch Interesse haben und wir die Signale bisher nur falsch gedeutet haben, würden wir uns über einen Terminvorschlag freuen, bei dem man gemeinsam mit den Verantwortlichen und vielleicht auch mit Ihnen, Herr Oberbürgermeister Dr. Trümper, über die Optimierung und Unterstützung der Präsenz der Landehauptstadt Magdeburg im Internet sprechen kann.
Sehr geehrte Frau Strauß,
nach meinem Kenntnisstand wurde Ihre Anfrage im Rahmen der Einwohnerfragestunde der Stadtratssitzung vom 25.08.11 u. a. durch den Oberbürgermeister abschließend beantwortet.Wir werden im Zuge des Relaunchs der städtischen Homepage www.magdeburg.de - als Angebot für alle Internetnutzer – an einer weitere Verbesserung der Möglichkeiten des virtuellen Austauschs der Bürger und der Bürgerbeteiligung arbeiten.Dabei werden wir, im Rahmen unserer Möglichkeiten, unter Berücksichtigung geltender Datenschutzrichtlinien und den aktuellen Trends folgend, auch soziale Netzwerke stärker einbinden und nutzen
Mit freundlichen GrüßenAndrea Schwingel
Internetredaktion