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Archiv für die Kategorie “Social Media”

Das BarCamp Mitteldeutschland 2012 – mit MaleSchminking & Discofox zum Erfolg

Das vergangene Wochenende hat seine Spuren hinterlassen. Den gestrigen Tag habe ich vornehmlich genutzt um mein Schlafdefizit der letzten Tage in den Griff zu bekommen – leider ohne ausreichend Erfolg, wie mir meine Augenringe verraten (Memo an mich: Concealer kaufen!)

Der Grund für meinen Schlafmangel – ein erfreulicher. Am 13./14. Oktober versammelte man sich zum mittlerweile 4. BarCamp Mitteldeutschland in Jena. Wer hier ab und zu mitliest (ja, ich gelobe Besserung) weiß, dass ich schon im letzten Jahr in Jena am Start war und mich sowohl in die Veranstaltung als auch das Städtchen verliebt hatte. So war es für mich keine Frage, dass ich auch in diesem Jahr wieder dabei sein würde. Eine Entscheidung, die ich auch nicht bereut habe.

Eines vorab: Ich habe dieses Barcamp anders erlebt als das erste. Vielleicht, weil ich nun nicht mehr ganz Neuling war, vielleicht, weil ich nun schon den einen oder anderen kannte, vielleicht, weil es einfach auch anders war. Doch der Reihe nach.

Freitag – Anreise und WarmUp

Es ist Freitag 8.30 Uhr, eine Uhrzeit, zu der ich ohne 5 Tassen Kaffee kein Mensch bin. Trotzdem stehe ich halb verschlafen vor dem Magdeburger Hauptbahnhof. Eine 3-stündige Tour nach Jena steht mir bevor. Schon fast etwas enttäuscht muss ich sagen: Es ging nichts schief. Die Bahn zeigte sich von Ihrer besten Seite und ich hatte nicht eine Minute Verspätung.
Da ich schon etwas früher in Jena war, nutzte ich die Gelegenheit etwas die Innenstadt zu erkunden. Das ging dank kleinem Koffer und Rucksack trotz Gepäck ganz gut. Leider spielte das Wetter mit Regen nicht ganz so mit wie gedacht.

Anreise in Jena

Nachdem ich im Hotel eingecheckt hatte und noch etwas zur Ruhe kam, machte ich mich auf den Weg zum Schnitzelparadies, wo ich gemeinsam mit Torsten, Steve, Michael und Marco (ja, ich kenne jetzt einen der beiden ZDF-Twitterer persönlich – wooooooooow) zum #SchnitzelJ verabredet war. In der kleinen Runde genossen wir leckere Schnitzel und kamen schnell ins Gespräch.

Gut gestärkt ging es auf zum WarmUp, wo ich viele bekannte Gesichter aus dem Vorjahr traf, aber auch mit einigen neuen Leuten ins Gespräch kam. Bei dem einen oder anderen Bier (die genaue Zahl lasse ich an dieser Stelle lieber aus) tauschte man sich aus und knüpfte Kontakte. Auch, wenn es am nächsten Morgen früh rausgehen sollte, war es doch schon nach Mitternacht, als ich mich mit Michael und Hubert zum Hotel fahren ließ. Vielen Dank an dieser Stelle für den ausgezeichneten Chauffeur-Service!

Samstag – zwischen Sessions und Party

Foto: Torsten Maue

Ja, der Vorabend war nicht gänzlich spurlos an mir vorbei gegangen. So hatte ich doch einige Mühe am Morgen den Weg aus meinem Bett zu finden. Trotzdem schaffte ich es pünktlich in der Location, der Villa am Paradies zu sein. Die Villa war, wie sich zwischenzeitlich herausstellte, nicht die ganz perfekte Location. Da die Villa vor allem für Partys genutzt wird (so auch an diesem Wochenende) sorgte die Organisation für einiges Chaos, das allerdings dank des Orga-Teams eher am Rande ablief.

Angekommen in der Villa wurde man am Empfang mit den obligatorischen Namensschildchen, aber auch mit allerhand Gimmicks begrüßt. So gab es neben einem tollen Barcamp-Beutel, Schlüsselbänder, eine tolle Sonnenbrille, Zeitschriften, ein Notizbuch und, und, und…

Nach dem guten Frühstücksbuffet und gefühlten 300 Kaffees ging es an die Vorstellung und die Sessionplanung. Schnell war klar: Ups, hier twittert ja kaum jemand. Nur wenige besaßen überhaupt einen Twitteraccount, noch weniger twitterten während des Wochenendes auch aktiv. Schade!

Also ran an die Sessions! Als erstes besuchte ich eine Session zum Thema Selbstmanagement nach dem Prinzip ‚Zent to done‘. Die Session war gut, der Sprecher stand definitiv in seinem Thema. Trotzdem werde ich bei diesen ganzen Selbstmanagement-Ansätzen das Gefühl nicht los, dass ich am Ende doch eine Menge Zeit allein mit dem Ordnen der To-Dos und sonstigem beschäftigt bin. Vielleicht muss ich mich auch erst noch ein wenig damit auseinander setzen.

Danach ging es für mich in eine Session zum Thema ‚Learning English‘ mit Torsten Daerr. Die Session beinhaltete nur einen Bruchteil des eigentlichen Vortrags und sorgte doch dafür, dass es mir absolut gut gefallen hat. Allein die Tatsache, dass wir während der gesamten Session Englisch gesprochen haben, half mal wieder sein Sprachwissen aktiv anzuwenden. Außerdem fanden wir eine Meeeeeenge Gründe, warum es wichtig ist Englisch zu lernen/zu verbessern.

Nach einer Stärkung am leckeren Mittagsbuffet ging es für mich zur Rotation Curation Session von Romy und Lutz. Die beiden erzählten etwas zum Grundprinzip dieser Bewegung und sprachen über Ihre eigenen Erfahrungen mit @MunichLovesU und @WeAreHH. Eine interessante Sache, die nicht nur Engagement der Organisatoren abverlangt, sondern auch auf die Mithilfe der Twitterer der jeweiligen Region baut. Manchmal eine schwierige Sache, wie vor allem Romy aus Hamburg zu berichten wusste.

Foto: Torsten Maue

Die letzte Session für mich an diesem Tag, drehte sich um gekaufte Facebook-Fans. Michael zeigte uns, dass selbst große Unternehmen nicht davor zurückschrecken. Gleichzeitig wurde aber auch heiß diskutiert, warum diese Herangehensweise absolut keinen Sinn macht.

In den letzten beiden Slots fand sich für mich nichts spannendes, sodass ich die Zeit lieber bei Zigarette und Bierchen zum Netzwerken auf der Sonnenterasse nutzte 🙂 Die organisierte Partybahn musste leider ohne mich auskommen. Doch die Abendparty im Theatercafe ließ ich mir selbstverständlich nicht entgehen. Bei Bratwurst und Bier wurde genetztwerkt und zu später Stunde auch getanzt. Viele Dank an dieser Stelle natürlich an die Sponsoren, die es ermöglicht haben, dass ich diesen Abend ganz ohne einen Euro bestreiten konnte. Die Versorgung war wieder erstklassig!

Sonntag – zwischen MaleSchminking & Discofox

Nachdem ich meine Nachwehen der Party einigermaßen in den Griff bekommen hatte, ging es samt Gepäck ab zur Villa. Schon bei der Sessionplanung war klar, dass wir heute weniger Teilnehmer sein würden als noch am Samstag. Das tat der Stimmung jedoch keinen Abbruch.

Die mutigsten Männer des Barcamps

Ganz im Gegenteil. In einer Bierlaunen-Session erklärten Manu, Romy und ich der Männerwelt, was es denn mit den Schminkutensilien in unserem Koffer auf sich hatte. Tatsächlich fanden sich drei mutige Teilnehmer, die das ein oder andere sogar selbst ausprobierten. Dafür gibt’s einen dicken Daumen hoch.

Nach der MaleSchminking-Session ging es dann ab zum Discofox-Tanzen. Ja, ich konnte das vorher tatsächlich nicht! Dank unseres hevorrangenden Tanzlehrers aber, kann ich bei der nächsten Party dann mit meinen neu erworbenen Kenntnissen glänzen. Im nächsten Jahr gibt es dann den Cha-Cha-Cha.

Nach einer Session, die leider nicht stattfand, aber dennoch zu einer netten Diskussionsrunde wurde, ging es zum Abschluss für mich noch um die Vor- und Nachteile des Couponning. Ein Thema, mit dem ich mich noch gar nicht so eingehend befasst hatte, dank Michael jetzt aber einen spannenden Einblick bekam.

Danke des üblichen Chaos bei der Deutschen Bahn war der Abschluss des Barcamps jedoch sehr unruhig und musste ohne Abschlusssession auskommen. Verständlicherweise waren viele Teilnehmer schon früher aufgebrochen um irgendwie den Weg nach Hause zu finden. Das war absolut nachvollziehbar, sorgte aber für ein eher trauriges Ende des Barcamps.

Fazit

Das Barcamp Mitteldeutschland 2012 war für mich persönlich wieder ein tolles Erlebnis. Nachdem ich nun kein Frischling mehr war, war es fast ein wenig Klassentreffen. Ich habe mich sehr gefreut viele Leute wieder zu sehen und viele neue Leute kennen zu lernen. Das sorgte in diesem Jahr dafür, dass ich gefühlt mehr Zeit mit lockeren Gesprächen als mit Sessions verbracht habe. Vielleicht fühlte sich das BarCamp in diesem Jahr gerade deshalb anders an.

Foto: Sebastian Wallroth

Doch wo Licht ist, ist auch Schatten. Eine NoShow-Rate von 40% ist einfach unschön – vor allem für die Organisatoren, die viel Mühe und Zeit in das Projekt investieren. Auch die relativ niedrige Twitterer-Quote war merkwürdig, sicher nicht zu ändern, fühlte sich aber trotzdem unschön an.

Wie immer ausgezeichnet war das Catering. ich fühlte mich jederzeit bestens versorgt mit allem, was man brauchte. Frühstück, Mittag, Kuchenbuffet, ja sogar leckeres Bier – es hat an nichts gefehlt.

Ein großer Dank geht auch in diesem Jahr natürlich an all die Sponsoren, ohne die diese tolle Veranstaltung gar nicht möglich gewesen wäre. Danke!

Vor allem aber geht mein Dank an das großartige Orga-Team! Ohne den Fleiß, die zeit und die Mühe dieser Leute wäre das BarCamp nicht denkbar gewesen! Auch hat sich das Team nicht aus der Ruhe bringen lassen, hatte immer ein offenes Ohr bei Fragen und sorgte höchstpersönlich für Stimmung. Danke, Danke, Danke!

Eines steht für mich schon fest: Jena, ich komme wieder – wir sehen uns beim #bcmd13!

Facebook führt die Chronik ein – und alle so: Nee

Leute, ich sitze gerade hier. Am einem Sonntag. Mit Kopfschmerzen. Trotzdem tippe ich diesen Beitrag. Warum? Weil es eine Sache igbt, die mir in den letzten Tagen ziemlich auf den Keks geht.

Doch mal von Anfang an. Facebook führt die Chronik demnächst für alle Nutzer ein. Bisher hatte der geneigte Facebook-User die Wahl zwischen der alten Ansicht und der neuen Facebook-Chronik.

Doch was verändert sich mit der Chronik überhaupt? Nunja, vor allem das Aussehen des eigenen Profils. Durch das große Titelbild hat man die Möglichkeit sein Profil individueller zu gestalten und kann damit gleich am Anfang einen Eyecather setzen. Alle Beiträge werden in der neuen Chronik in zwei Spalten dargestellt. Das ist im ersten Moment vielleicht gewöhnungsbedürftig, aber nicht, woran man sich nicht gewöhnen kann. Wer Beiträge extra hervorheben möchte, kann das mit einem Klick tun. So verbreitert sich der Eintrag auf die volle Seite.
Alle älteren Beiträge kann man anhand der Zeitleiste auf der rechten Seite bequem finden. So kann man z.B. wann man sich mit wem befreundet hat.

Außerdem kann man besondere Lebensereignisse auch im nachhinein noch zur persönlichen Chronik hinzufügen. So kann man die eigenen Kinderfotos hinzufügen oder den Freunden Fotos aus seinem Urlaub aus den Zeiten vor Facebook zeigen.

Ein Punkt sei dann aber doch zu beachten. Dadurch, dass Postings nun schneller auffindbar sind, empfehle ich Postings im großen und ganzen nur für Freunde freizugeben, damit euer zukünftiger Arbeitgeber keine peinlichen Statusmeldungen finden kann. In den Privatsphäre-Einstellungen kann man dazu unter „Beschränke das Publikum für ältere Beiträge“ die Postings aus der Pre-Chronik-Zeit mit einem Klick beschränken.

Die Chronik an sich könnte dann z.B. so aussehen:

Die Facebook-Chronik an einem Beispiel

 

So, ich persönlich habe mit Chronik überhaupt kein Problem. Aber einige Leute in meiner Freundesliste oder in den Freundeslisten meiner Freunde.
Das müssen diejenigen natürlich jeden Tag aufs neue mit riesigen Bildern kundtun. Wirklich sachliche Argumente gegen die neue Facebook-Chronik habe ich dabei noch nicht EIN Mal gehört. Die Hitliste der Scheinargumente gegen die Chronik:

  1. Das ist viel zu unübersichtlich
    Leute – Webdesign und Usability sind mein Job. Allein aus psychologischer Sicht ist das überhaupt nichts unübersichtlich. Im Gegenteil – durch die Zeitleiste lassen sich Postings sogar noch schneller finden. Ja, man muss sich eingewöhnen. Aber, wer sich die Zeit für Neues nicht wenigstens ein wenig nimmt, sollte sein Dasein im Social Web ohnehin noch einmal überdenken.
  2. Facebook will ja nur noch mehr Daten über mich sammeln.
    Ja, theoretisch kann man dank der Chronik seine komplette Lebensgeschichte auf Facebook veröffentlichen und seinen Freunden und den Facebook-Servern zugänglich machen. Ich habe damit kein Problem, andere schon. Aber es bleibt ja, wie es ist. ICH als User bestimme was und wieviel ich von mir im Internet preisgebe. Ich MUSS keine Babyfotos posten, ich MUSS keine vollständige Chronik anlegen – ich KANN es aber. Ich sollte mir immer Gedanken machen, was ich denn veröffentliche. Das ändert sich nicht erst mit der Chronik, sondern war schon immer so.

  3. Facebook muss mich doch fragen.
    Facebook bzw. Hr. Zuckerberg muss erstmal gar nichts. In letzter Konsequenz ist Facebook ein Unternehmen. Wenn ein Unternehmen sein Erscheinungsbild ändert, muss – nein kann – es gar nicht vorher alle Konsumenten fragen. Ich bin mir recht sicher, dass die neuen Entwicklungen nicht ganz ohne Beteiligung von Usergruppen abgelaufen sind. Die tatsache, dass du oder ich nicht gefragt wurden, heißt ja nicht automatisch, dass gar kein User gefragt wurde.
    Der Aldi von nebenan fragt dich auch nicht, ob die Regale umgestellt werden dürfen. Dein Autohersteller fragt dich auch nicht, ob er das Logo neu gestalten darf.

  4. Ich will das Aussehen mitbestimmen.
    Da sind wir wieder fast beim vorherigen Post. Es geht nunmal nicht, dass jeder User sein eigenes Süppchen kocht. Es geht ja nicht, dass jede Profilseite anders aussieht. Facebook hat seit Dezember die alte und neue Version parallel laufen lassen. Jeder User hatte jetzt lang genug die Zeit sich mit der Chronik und den Einstellungen zu beschäftigen.
    Allen Menschen tut man es ohnehin nicht recht.

Nicht zuletzt ist doch aber so. Hr. Zuckerberg wird nicht aufgrund einiger Posts die Pläne wieder über den Haufen werden. Jede Debatte, die über die Chronik geführt wird und dazu auch noch auf Facebook geführt wird, ist Traffic für die Seite. Solang nicht massenhaft User die Plattform verlassen, gibt es keine Konsequenzen und da kann man auch noch so sehr die Timeline seiner Freunde zuspammen.

Aufgrund des oben genannten gibt es nur eine Wahl: Mitziehen oder Facebook verlassen. Letzteres würde sicherlich auch die Nerven der Freunde schonen!

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